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FÖRDERVEREIN SCHULEMACHEN E.V.

in der Freien Waldorfschule Berlin-Mitte

   Großer Andrang herrscht zu Beginn des Jahres 2006 in der Freien Waldorfschule Berlin Mitte. Infolge einer Neuregelung des Berliner Senats, sollen ab diesem Jahr alle Kinder eines Jahrgangs eingeschult werden, unabhängig davon, ob sie zu Beginn des Schuljahres 6 Jahre alt sein werden oder nicht. Diese Regelung hat die ohnehin ständig steigenden Bewerberzahlen an der Waldorfschule noch einmal in die Höhe schnellen lassen. Viele Familien hoffen vergeblich. Vor allem Kinder, die nach ihrem Entwicklungsstand noch nicht schulreif sind, finden keinen Platz.
„Dann gründen wir doch selbst eine Schule“ – dieser Satz, von einer Mutter in die Ratlosigkeit der abgelehnten Eltern geworfen – ist der Funke, der das Feuer entfacht.
Was jetzt folgt, ist wohl eine der schnellsten Gründungen einer Waldorfschule, die es je gegeben hat. Eine Anzahl Familien finden sich zusammen und gründen den Trägerverein „Schulemachen e.V.“ Für eine langjährige Vorbereitung ist keine Zeit. Die Kinder brauchen ihre Schule jetzt, nicht erst in 3 oder 4 Jahren. Mit engagierter Unterstützung der Freien Waldorfschule Berlin-Mitte, die die Trägerschaft der Initiative übernimmt, geht es los: Eine Gründungslehrerin und eine Erzieherin werden gefunden. Eine Wohnung in der Nachbarschaft der Trägerschule stellt die erste Unterkunft dar. Sie muss renoviert und ausgestattet werden. Geld ist keines vorhanden, also sind Findigkeit und Eigeninitiative gefragt. Es sind die Eltern, die neben Beruf oder Studium die Wände streichen, die Möbel besorgen, Geschirr, Spielzeug und Arbeitsmaterialien auftreiben, die Verwaltungsaufgaben erledigen, die Finanzen kontrollieren, um neue Mitglieder werben, das Essen für die Kinder kochen und die Räume reinigen. Währenddessen müssen sich die Pädagoginnen im Schnelldurchlauf alles Wissen aneignen, das sie für das Führen einer Schule benötigen und ein tragfähiges pädagogisches Konzept erarbeiten. Jeden Dienstag treffen sich alle im Initiativkreis, um die anfallenden Aufgaben zu besprechen, aber auch um inhaltlich zum Thema „Waldorfpädagogik“ zu arbeiten. Für alle ist diese Gründung Neuland und so wird die Schule in ihrem ersten Jahr zum beherrschenden Thema in den Familien der Gründungsmitglieder.

Zu Beginn des Schuljahres, im Spätsommer 2006, beziehen die 15 Kinder der ersten Brückenklasse mit ihrer Lehrerin und Erzieherin die freundlich eingerichteten Räume in der Steinstraße. Alle sind erleichtert und glücklich es geschafft zu haben. Eine Verschnaufpause können sie sich aber nicht gönnen, denn die Wohnung bietet nur Raum für eine Klasse. Eine zermürbende Standortsuche beginnt. Über 35 Gebäude werden innerhalb des ersten Schuljahres angesehen und auf Eignung und Kosten hin überprüft. Ein Haus in Weissensee scheint zum Greifen nahe, dann wird es überraschend an einen Investor verkauft und die Pläne zerschlagen sich. Die Zeit drängt. Eine neue Eingangsklasse ist in Vorbereitung. Notfallpläne werden geschmiedet. Wenn alle Stricke reißen, ist die Freie Waldorfschule Berlin-Mitte bereit, auf ihrem Gelände Container für die beiden Klassen aufzustellen. Kurz vor den Sommerferien die Rettung. Schulemachen kann als Untermieterin in das Schulgebäude der ebenfalls neu gegründeten „Berlin Kids International School“ einziehen.

Wieder ist es unermüdlicher Einsatz der Eltern und Pädagoginnen, der es gelingen lässt, in 6 Wochen die durch Vandalismus in Mitleidenschaft gezogene Etage einer Plattenbauschule in eine freundliche, anheimelnde Schul- und Hortetage für mittlerweile 28 Kinder zu verwandeln.

In den folgenden Jahren, findet die Schule zu sich selbst. Mit pädagogischer und verwaltungstechnischer Unterstützung der Trägerschule, als deren Außenstelle „Schulemachen“ bis ins Jahr 2011 geführt wird, wächst die Schule jedes Jahr um eine neue Brückenklasse und eine neue erste Klasse. Neue Kräfte verstärken das Kollegium. Immer mehr Arbeitskreise werden gebildet, um die Aufgaben, die von den Eltern übernommen werden müssen, sinnvoll auf mehrere Schultern zu verteilen. Neue Kinder und Eltern kommen dazu. Feste und gemeinsame Veranstaltungen schaffen einen Rhythmus im Jahreslauf und tragen zur Festigung der Schulgemeinschaft bei.  

Drängend bleibt die Standortfrage. Weiterhin durchforstet der Baukreis die nordöstlichen Bezirke von Berlin, um ein geeignetes Gebäude zu finden. Im Frühjahr 2011, wenige Monate, bevor die Schule aus dem Gebäude der „Berlin Kids IS“ ausziehen muss, weil der Raum dann für beide Schulen nicht mehr ausreichen wird, ist es geschafft. Nach jahrelangem Bemühen und Überwinden verschiedenster Schwierigkeiten, kann Schulemachen e.V. vom Land Berlin ein Schulgebäude in der Gürtelstraße 16 erwerben.

Trotzdem in all der Zeit nicht klar war, wo die neue Schule ihre endgültige Heimat finden würde, wächst die Zahl der Bewerbungen von Jahr zu Jahr. Rund 130 Schülerinnen und Schüler sind es mittlerweile und mit jedem Jahr kommen etwa 25 dazu.

      (Text von Annette Filiz)

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Ein weiterer Text erschien am 5. Juni 2007 im Tagesspiegel. Der Artikel beschäftigt sich mit dem Gründungsimpuls der Initiative und ist hier nachzulesen.

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Die aktuelle Satzung des Fördervereins Schulemachen e.V. gibt es hier als pdf.

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Wir freuen uns über ernsthafte Interessenten, die dem Verein beitreten und mitarbeiten möchten. Hier der link zum Aufnahmeantrag: Aufnahmeantrag_Schulemachen.pdf

Die Arbeitskreise sind derzeit zu folgenden Themen tätig:

Finanzen/Buchhaltung
Feste
Ausstattung 

Basteln 
Garten 
Musik
Einkauf
Bauen

Sponsoring
Öffentlichkeitsarbeit

Pädagogisches Konzept
Anthroposophie/Kunst
Personal

 

 

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